Fibromyalgie ist nichts für Weicheier

Fibromyalgie ist wirklich hart. Schon der Start in den Tag bedarf starker Willenskraft. Hier schreibt übrigens fibro.alltagsheldin von Instagram als Gastautorin.

Morgens fühle ich mich meist miserabel. So, als ob mich „ein LKW in der Nacht überfahren hätte“. Alles schmerzt. Ich fühle mich alles andere als ausgeruht. So in den Tag zu starten geht nur mit Druck. Vielleicht, weil man einen frühen Termin hat und sonst nur mit eisernem Willen. Denn am liebsten würde man liegen bleiben, weil man sich so kraftlos fühlt.

Fibromyalgie ist auch nichts für Morgenmuffel…

Die Morgenroutine ist anstrengend, obwohl der Tag gerade erst beginnt. Alles ist anstrengend und ermüdend, denn Fibromyalgie – Betroffene können ihre Akkus nicht mehr richtig aufladen. Und diese entladen viel schneller als bei Gesunden. Das heißt, unsere Kraftreserven sind nie gefüllt. Morgens sind die Glieder steif. Man muss sich erst warm laufen, muss erst „durch den Schmerz durch“, bis es besser wird. Manches Mal kann ich nur mit Schmerzmittel in den Tag starten und jahrelang konnte ich nur mit starken Schmerzmitteln meinen Arbeitstag stemmen.

Da man uns unsere Schmerzen und anderen Symptome nicht ansieht, besteht immer wieder Erklärungsbedarf. Erklären oder die Zähne zusammenbeißen? Oft beiße ich die Zähne zusammen, um zum Beispiel im Job nicht negativ aufzufallen. Sätze wie „Du siehst ja gar nicht krank aus“, oder „Was? Du bist schon wieder krank?“ kennen wir alle. „Reiß dich mal ein bisschen zusammen“ fällt auch oft.

Fibromyalgie: unsichtbar!

Ebenso bei den Ärzten! Dort müssen wir vehement für uns einstehen, da uns oft nicht geglaubt wird. Denn man sieht nichts und kann auch keine auffälligen Laborparameter feststellen. Fibromyalgie ist unsichtbar, dafür umso quälender für die Betroffenen in seiner Symptom – Vielfalt. Es können so viele Bereiche betroffen sein, dass wir selbst nicht wissen was uns täglich an Symptomen erwartet.

Für unsere Familie ist es auch nicht leicht, da man ja nichts sieht und dem Betroffenen glauben muss, wie schlecht es ihm geht. Auch das Umfeld weiß nie, in welcher Verfassung der Betroffene in den Tag startet. Jeder Tag ist anders.

Fibromyalgie Behandlung

Fibromyalgie ist nur schwer therapierbar. Ein Diabetiker bekommt seine Medikamente und muss Diät halten. Für die Fibromyalgie gibt es kein Medikament. Es gibt Behandlungsansätze, aber jeder Betroffene muss für sich ausprobieren was ihm persönlich hilft. Es erfordert viel von uns Betroffenen, immer wieder Neues ausprobieren zu müssen. Nämlich Schmerzmittel, andere Medikamente oder Therapien auszuprobieren bis sich etwas findet, was Linderung bringt. Und eines gibt es nicht: Heilung.

Es braucht wirklich Kraft und Stärke nicht die Hoffnung zu verlieren, nicht aufzugeben. Allein schon bis zur Diagnosestellung können Jahre vergehen. Es kostet Kraft, jeden einzelnen Tag zu meistern. Und deshalb ist Fibromyalgie nichts für Weicheier!

Konntest du dich in den Beschreibungen wiederfinden? Schreib uns in die Kommentare!

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10 Kommentare

  1. Mit dem Beitrag kann ich mich auch absolut identifizieren…anders hätte ich es auch nicht schreiben können. Besonders dieses Gefühl von “ man sieht es dir gar nicht an“ macht mir gerade schwer zu schaffen…im Januar beginnt meine multimodale Schmertherapie. Darin setze ich viel Hoffnung!
    Allen Betroffenen gutes Durchhalten !
    Liebe Grüße

  2. Oh, ja auch ich hätte diesen Beitrag schreiben können. Das wir diese Gruppen haben ist ein Segen. So viele kompetente Helferlein und endlich Leute, sogar viele!!!! Die das Gleiche durchgemacht haben und genau wissen, was ich meine, wenn ich über meine Schmerzen, Symptome und Probleme spreche. Danke für diesen Beitrag.

  3. Als hätte man es selbst geschrieben . Wirklich gut gemacht – und immer wieder schön und traurig zugleich dass es anderen genau so geht , wie dir. Wir sind nicht allein . ❤️
    wie oft tun wir so als wenn alles gut ist – obwohl man am liebsten heulen würde ?

    • Da hast du recht. Es tut einfach gut zu wissen, dass andere das alles genauso erleben. Man ist mit diesen Problemen nicht allein und es gibt tatsächlich Menschen, die einen verstehen. Gerade weil das alles so miserabel ist, ist das ein Trost. 🙂

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