Fibro mit 40

Meine 40er Jahre waren schrecklich. Ich hatte Fibromyalgie Schmerzen und viele der weiteren Symptome, zum Beispiel eine ausgeprägte Erschöpfung. Die Ärzte konnten mir nicht weiterhelfen. So habe ich meine Fibro-Behandlung selbst in die Hand genommen. Heute bin ich mehr als zehn Jahre älter und fühle mich deutlich wohler. Viele der Fibromyalgie Symptome sind nur noch reduziert vorhanden oder sogar gänzlich verschwunden. In diesem Beitrag beschreibe ich meine damalige Situation, berichte von meiner Erfahrung und gehe auf meine Fibro Behandlung ein.

So fing es mit der Fibro an

Die ersten Fibromyalgie Symptome hatte ich bereits als Jugendliche. Es waren die so genannten Wachstumsschmerzen, außerdem Rückenschmerzen und Reizdarm. Im Laufe der Jahrzehnte kamen viele weitere Symptome hinzu. So litt ich an Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Konzentrationsstörungen und massiven Schlafstörungen. Als ich dann zwei kleine Kinder hatte fragte ich mich, wie andere Mütter das alles schaffen und dabei auch noch arbeiten gehen? Das wäre für mich gar nicht machbar gewesen. Alles war total anstrengend für mich.

Zu der Zeit, als die Kinder im Grundschulalter waren, sind wir von Bremen aufs Land gezogen. Dieser Umzug war für mich fast gar nicht mehr zu bewältigen. Im alten Haus mussten wir im Obergeschoss den Fußboden und das Laminat austauschen. Ich bin mit der Fibro über meine Kräfte gegangen, um das zu schaffen. Zum einen war die Haltung auf dem Boden sehr schmerzhaft, zum anderen war die Erschöpfung so stark, dass mich die Kräfte verließen.

Der Tiefpunkt mit Fibromyalgie

Ab meinem 42. Lebensjahr befand ich mich auf einer steilen Talfahrt. Ich bekam immer mehr Schmerzen und die Erschöpfung hatte stark zugenommen. Mit 45 Jahren wusste ich, dass etwas passieren musste. Mein Zustand war wirklich schlimm. Starke Erschöpfungszustände, Ganzkörperschmerzen, Reizdarm, massive Schlafstörungen, beeinträchtigende kognitive Probleme, Muskelkrämpfe an Füßen, Beinen, Händen und Kopf und vieles mehr.

Und der Job?

Einige Monate hatte ich einen Job in einer Druckerei auf dem Land und war darüber eigentlich sehr glücklich. Ich wollte unbedingt arbeiten. Ich dachte auch es würde mir helfen, wenn ich mal etwas anderes in den Kopf kriege als immer nur Kinder, Familie, Haushalt und meine Symptome. Eine meiner Aufgaben war es, Paletten zu packen. Das konnte ich körperlich kaum noch schaffen, ich musste immer wieder Pausen einlegen. Auch das längere Stehen an Maschinen oder am Schneidetisch konnte ich nicht mehr bewältigen. So ging ich zu Ärzten mit dem Verdacht, Fibromyalgie zu haben, denn meine Mutter hat diese Erkrankung auch. Die Ärzte gratulierten mir aber nur, weil ich so gute Blutwerte hatte. Dennoch musste ich aufhören zu arbeiten, es ging einfach nicht mehr. Ich konnte nicht mehr leisten, was man von mir erwartete. Es gab Kollegen, die älter waren als ich und viel besser zurechtkamen. Es gab einfach keine Erklärung dafür. Mich hat diese Tatsache damals ganz schön mitgenommen, dass ich nicht mehr arbeitsfähig war.

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Schwere Fibro und keine Lösung in Sicht

Ich hatte die Hoffnung, dass ich mich nun ohne Arbeit erholen würde, aber es wurde alles nur noch schlimmer. Ich kam in eine Klinik, weil die Ärzte mich schon durchgereicht hatten. Aber der Klinikaufenthalt brachte mich auch nicht weiter. Eine Ärztin dort meinte, dass ich möglicherweise Fibromyalgie hätte.

Ich erinnere mich an einen Besuch bei meinen Eltern, die nur 200 Meter Luftlinie entfernt wohnen. Ich war so erschöpft, dass ich dort mit dem Auto hinfuhr. Denn schon dieser kurze Weg war für mich zu Fuß nicht mehr zu bewältigen mit starken Erschöpfungszuständen, Herzrasen und Atemnot. Als ich mit dem Auto bei meinen Eltern ankam, war auch das schon so anstrengend, dass ich mich dort auf eine Gartenliege legte und am liebsten gestorben wäre. Ich hatte damals öfter mal den Gedanken, dass alles gut wäre, wenn ich einfach nicht wieder aufwachen würde. Aber natürlich wachte ich immer wieder auf.

Eines Tages kam meine Mutter zu uns und besuchte mich in meinem Schlafzimmer. Ich lag mal wieder im Bett, weil alles weh tat und ich völlig fertig war. Sie sagte in ihrer Verzweiflung: „Mensch Carola, du musst ins Krankenhaus!“. Ich antwortete ihr: „Mama, ich komm doch gerade aus dem Krankenhaus. Die können mir auch nicht helfen.“ Das konnte sie sich überhaupt nicht vorstellen.

Die Fibro heute nach vielen gescheiterten Versuchen

Heute bin ich 55 Jahre alt und Gott sei Dank nicht mehr von diesen schweren Symptomen betroffen. Ich habe zwar immer noch Fibromyalgie und bin auch nicht symptomfrei, aber mir geht es deutlich besser.

Es war ein langer Weg, ich habe vieles ausprobiert. Das Meiste hat nicht geholfen und sehr viel Geld gekostet. Ich erinnere mich an einen Arzt in Hamburg, der alternativ arbeitete. Er sagte nach seiner Behandlung zu mir: „Komisch. Bei allen anderen funktioniert das.“ Mit Fibromyalgie funktioniert eben gar nichts!

Obwohl ich damals nach all den Experimenten schon ziemlich verzweifelt und frustriert war, habe ich mich trotzdem noch mal ins Internet begeben und nach weiteren Behandlungsmethoden gesucht. Dabei bin ich auf zwei Dinge gestoßen, die mir wirklich geholfen haben.

Was mir geholfen hat

Das Erste war die Ernährung. Ich habe damals die Erfahrung gemacht, dass viele meiner Symptome mit dem Verzehr von Kohlenhydraten zusammenhängen. Als ich mich dann streng kohlenhydratarm ernährte, wurde die Erschöpfung, der Reizdarm, die Schlafqualität und die Kopfschmerzen deutlich besser. Mehr über den Zusammenhang zwischen Fibromyalgie Symptomen und den Kohlenhydraten erfährst du in diesem Beitrag.

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Das Zweite, was mir geholfen hat, ist die Guaifenesintherapie. Dabei handelt es sich um eine alternative Therapieform zur Behandlung der Fibromyalgie. Damit geht es einem zunächst schlechter, aber schrittweise erfährt man Verbesserungen. So war es auch bei mir. Meine Ganzkörperschmerzen sind mittlerweile komplett verschwunden. Schubweise habe ich ab und zu noch Schmerzen, vor allem im unteren Rücken. Auch viele andere Symptome haben sich durch das Guaifenesin verbessert.

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Was mir ebenfalls geholfen hat, ist die Supplementierung von Vitamin D. In diesem Video erfährst du mehr über den Zusammenhang von Vitamin D und Fibromyalgie Symptomen.

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Wie war dein Weg der Fibromyalgie? Hast du auch schon etwas gefunden, was dir geholfen hat? Schreib es gerne in die Kommentare.

4 Kommentare

  1. Liebe Carola,

    auch ich habe solch einen Weg hinter mir.

    Ich belesen mich viel, verzichte seit einigen Monaten auf Milchprodukte und habe Kohlenhydrate reduziert.

    Nun bin ich im Internet auf die Stoffwechselerkrankung HPU/KPU gestoßen, die ursächlich für Fibro und.v.a.m. sein kann. Einen Urintest habe ich gemacht und warte nun auf das Ergebnis.

    Hast du davon gehört, bzw. Erfahrungen?

    Liebe Grüße

    Jacqueline

    • Hallo Jacqueline,
      ja, ist bekannt. Habe ich auch testen lassen, ist bei mir negativ. Es gibt aber durchaus einige Betroffene, die neben der Fibromyalgie auch HPU/KPU haben. LG und alles Gute auf Deinem Gesundheitsweg 🙂

  2. Hallo
    Wie viele Fibro geplagte, habe auch ich eine Ärzte Odyssee hinter mir. Es ist wirklich zum verzweifeln, bis die Krankheit Fibromyalgie erkannt wird.
    Bei mir ging es von heute auf morgen los. Ich hatte ständig Schmerzen an der Kiefermuskulatur. Zuerst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber nach 2 Wochen Dauerschmerz und wirkungslose Schmerzmittel, war ich das 1. Mal beim Arzt. Feststellen konnte er nichts. Danach ging zum Zahnarzt, dieser bestätigte mir auch das alles in Ordnung ist. Keiner konnte sich erklären wo die Schmerzen herkahmen. Nach weiteren 2 Wochen breitete sich der Schmerz aus über Kopf, Nacken und Schultern. Es wurde immer unerträglicher. Mittlerweile war ich beim Hausarzt, Zahnarzt, Kieferchirurg, Allergologe, Neurologe, Chirurgen usw…
    Keiner konnte eine Ursache feststellen
    Ich hatte wirklich Unmengen diverser Schmerzmittel verschrieben bekommen und nichts, rein gar nichts hatte geholfen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gut 3 Monate Dauerschmerzen. Ich konnte weder essen noch sprechen, so weh tat mir alles. Nicht liegen, sitzen oder stehen, es war die Hölle.
    Es folgten 2 Krankenhausaufenthalte mit Morphium Therapie, das war das einzige was den Schmerz ausschalten konnte.
    Das war aber keine Lösung. Zuhause gings wieder los…
    Nach 2 Wochen wieder Krankenhaus aufgrund einer Magenblutung durch die vielen Schmerzmittel. Ich war am Ende meiner Kräfte. Konnte mich kaum noch um meine Kinder kümmern, bekam Panikattaken und Angststörungen.
    Nach diversen Diagnosen was es sein könnte, aber immer ausgeschlossen wurde, kam der Verdacht auf das ein Tumor im Kopf evtl der Auslöser sein könnte. Das gab mir den Rest …
    Also wieder MRT, diesmal nur Kopf. Und der altbekannte Spruch, es ist alles in Ordnung. Langsam glaubte ich selber, daß ich verrückt werde und hatte endgültig die Nase voll….
    Ich setzte alle Medikamente ab, brachten sowieso nichts und begann wieder einigermaßen am Leben teilzunehmen. Ich war ja monatelang nur im Haus, beim Arzt oder im Krankenhaus.
    Ich hörte auf die Tipps meiner Neurologin, mich nicht auf die Couch zu verkriechen, sondern raus und bewegen. Je mehr Schmerzen umso mehr soll ich laufen. Es war die Hölle, ich lief und weinte gleichzeitig. Jeden Tag etwas mehr.
    Nach gut 2 Wochen bekam ich ein Anruf meiner Krankenkasse, das in der TCM Klinik Personen gesucht werden, die an einer Studie über chronische Schmerzen teilnehmen würden. Zu verlieren hatte ich nichts, also habe ich mich beworben. Gott sei Dank bekam ich eibe Zusage…
    Dort wurde auch die Diagnose Fibromyalgie gestellt. Endlich..
    Bei mir sind Weizen, zuviel Zucker und kalter Wind die sogenannten Trigger.
    Ich habe meine Ernährung komplett umgestellt, eigentlich mein ganzes Leben
    Das ganze ist jetzt knapp 2 Jahre her und mir geht es sehr viel besser.
    Klar ich muss auf meine Ernährung achten, viel Bewegung und auch für Entspannung sorgen, aber das ist es auf alle Fälle wert.
    Hin und Wieder kommt mal ein Schub, vorallem jetzt zur kalten Jahreszeit, aber da ich weiß wie ich gegensteuern kann, fällt es nicht mehr so heftig wie zu Anfang aus

    • Was für eine Geschichte! O—M—G! Wirklich heftig, wie es bei dir gelaufen ist. Ich freue mich, dass du darüber berichtest. Da gibt es bestimmt welche, die sich in deinen Beschreibungen wiederfinden und das ist so wertvoll! Man denkt ja immer, man ist bescheu… und es glaubt einem ja auch keiner. Zum Schluß bleibt dann einfach nur die Psyche übrig. Wie einfach es sich die Ärzte doch manchmal machen…
      Toll, dass du für dich Wege gefunden hast aus diesem Schlamassel. Weiter so 🙂

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